Musikverein und Glox spielen in voll besetzter Kirche

Als Weltpremiere bezeichnete Wolfgang Völmle die musikalische Symbiose, die am vergangenen Wochenende in der katholischen Kirche in Schönaich stattfand. Die Kooperation zwischen dem Sinfonischen Blasorchester des Musikverein Schönaich und des Schönaicher Handglockenchors Glox.

Den ersten Teil des Konzertabends übernahm dabei der Handglockenchor mit seinen 12 Spielerinnen und Spielern unter der Leitung von Klaus Hügl und Susanne Komorowski.

Nach einer „Intrada“ von John A. Behnke folgte der Titel „On Jordan’s Stormy Bank I stand“. Ein klassisches englisches Kirchenlied aus dem Jahr 1787 von Samuel Stennett, das die Sehnsucht nach dem Himmel metaphorisch als Übergang über den Jordan darstellt.

„Träumerei“ lautet der Titel eines Klavierstückes von Robert Schumann, das als Nr. 7 den Mittelpunkt des dreizehnteiligen Klavierzyklus „Kinderszenen“ bildet. Das Stück entstand im Jahr 1838 und gilt heute als Inbegriff des romantischen Klavierstücks.

Es folgte ein sehr einfühlsames Solo am Altsaxophon von Bernhard Tistler, optimal begleitet durch den Handglockenchor.

Der zweite Teil startete mit dem Titel „Sogno di Volare“ – Der Traum vom Fliegen, fulminant. Es ist das mitreißende und eingängige Hauptthema des Computerspiels „Civilization VI“, einer weiteren Fortsetzung der überaus beliebten Reihe von Globalstrategie-Spielen.

„Toccata und Fuge in d-Moll“ ist wohl das mit Abstand bekannteste Orgelwerk Johann Sebastian Bachs und der gesamten europäischen Kunstmusik. Die Komposition besteht aus drei Abschnitten: einer Toccata, also einem Präludium aus schnellen Läufen und vollgriffigen Akkorden, und einer sich anschließenden vierstimmigen Fuge, die ihrerseits in einen mit „Recitativo“ bezeichneten Schlussabschnitt mündet. Dass auch ein Blasorchester dieses Meisterwerk eindrucksvoll zu Gehör bringen kann, bewiesen die rund 50 Musikerinnen und Musiker des MV Schönaich.

„Bohemian Rhapsody“ ist ein Rocksong, der 1975 von Queen als Auskopplung aus dem Album „A Night at the Opera“ veröffentlicht wurde. Die Single verkaufte sich über fünf Millionen Mal und wurde der erste Nummer-eins-Hit der Band. Arrangeur Philip Sparke machte daraus ein wunderbares Werk für Blasorchester.

Der weltbekannte Gospel-Hit „O happy Day“ animierte die Besucherinnen und Besucher zum rhythmischen Mitklatschen. Der Song war 1969 ein One-Hit-Wonder und ebnete den Weg zur Kommerzialisierung der Gospelmusik. Insgesamt gibt es mindestens 42 Coverversionen von diesem Song.

Den würdigen Abschluss dieses rundum gelungenen Konzertabends bildete schließlich Paul Simons „Sound of Silence“ bei dem Bläser und Handglocken wieder gemeinsam musizierten. Zurecht forderte das begeisterte Publikum noch eine Zugabe von den Akteuren. Bei einem Getränk und Häppchen konnten sich dann Musizierende und Zuhörende im Anschluss noch im katholischen Gemeindehaus austauschen.